Dass ich grundsätzlich Fußball-interessiert bin, dürfte in meinem letzten Blogbeitrag zu den LEGO Editions „Fußball-Highlights“-Sets wohl bereits durchgeklungen sein. Mein Interesse gilt dabei aber eigentlich nicht den internationalen Superstars und Top-Teams, sondern beschränkt sich notgedrungen eher auf den deutschen Fußball. Schließlich bin ich seit meiner Kindheit in den 90ern (Jahrgang 1986) Fan des 1. FC Köln und als solcher doch weitestgehend vom internationalen Geschäft ausgeschlossen.
Stattdessen galt meine Aufmerksamkeit seit meiner Kindheit fast ausschließlich der 1. Bundesliga und (leider viel zu oft) der 2. Bundesliga. Neben Spielern und Vereinen hat mich dabei immer auch ein Detail besonders interessiert: Die Vereinswappen. Ich erinnere mich an Cola-Dosen mit dem Aufdruck der Bundesliga-Wappen, die ich akribisch gesammelt und auf einem Regal in unserem Kinderzimmer präsentiert hatte. Und ich erinnere mich daran, wie ich die Logos meiner Lieblingsvereine (allen voran natürlich der 1. FC Köln) abgemalt habe. Insofern ist es nur logisch, dass ich nun auch mal den Versuch starten wollte, die Vereinswappen aus LEGO nachzubauen.
Um das Ganze noch auf einer weiteren Ebene mit einer Kindheitserinnerung zu verbinden, habe ich folgendes vor: Ich möchte die Logos aller 18 Bundesligisten nachbauen und diese an eine Wand (wahrscheinlich in unserem Büro) irgendwie in Form einer modularen Tabelle aufhängen. Also quasi als überdimensionierte Stecktabelle, so wie ich sie aus meiner Kindheit aus den Kicker-Sonderheften „Bundesliga“ kannte. Nach jedem Spieltag kann ich dann die Tabelle auf den neuesten Stand bringen, indem ich die gebauten Wappen entsprechend umhänge.
Maßstab
Logischerweise wollte ich mit dem Vereinswappen des 1. FC Köln anfangen, das mir auch direkt als besonders spannende Herausforderung erschien. Trotzdem habe ich zunächst aber etwas anderes gebaut, nämlich eine typische Kreisform aus Curved Slopes. Schließlich haben viele Wappen der aktuellen Bundesligisten eine runde Grundform und so bot es sich an, deren Ausmaße zuerst festzulegen und alle weiteren Logos daran auszurichten. Das Ergebnis hatte einen Durchmesser von etwa 11,2 cm und sieht wie folgt aus:

Ich habe dann eine Bild-Datei des Logos vom 1. FC Köln in Studio (das ist die quasi offizielle LEGO-Design Software) als „Reference Image“ eingefügt und so skaliert, dass sie von der Höhe her zu dieser Kreisform passte. Basierend auf diesem Referenz-Bild habe ich dann in Studio mit dem Nachbaue begonnen. Dieses Vorgehen verwende ich auch bei allen weiteren Logos um sicherzustellen, dass sie größentechnisch gut zueinander passen.

Das Logo vom 1. FC Köln
Das Logo vom 1. FC Köln ist ziemlich außergewöhnlich. Es besteht zunächst aus einem kreisrunden Wappen, das in den Vereinsfarben rot und weiß gehalten ist. Zentral ist der Kölner Dom in schwarz dargestellt, der von einer diagonalen weißen Banderole mit dem Schriftzug „1. FC“ überlagert ist. Der Namensbestandteil „Köln“ steht unterhalb der Banderole in weißer Schrift. Dieses Wappen alleine müsste sich schon nicht vor den Logos anderer Vereine verstecken. Doch dann ist da natürlich noch der Geißbock Hennes, der rechts (bzw. heraldisch links) neben dem Wappen stehend mit seinen vorderen Hufen auf dem Wappen thront.
Um das Wappen nachzubauen, musste ich also zunächst einen deutlich kleineren Kreis, als die oben erwähnte Grundform bauen, die dann auch noch einige Details enthalten sollte. Glücklicherweise passte für die Grundform dieses kleineren Kreises eine rote 8×8 Rundplatte quasi perfekt. Um die weiße Innenkontur darzustellen, habe ich eine 6×6 Rundplatte genommen, um die ich – befestigt an einer „1×2 Plate Modified with Bar Arm Up“ – ein weißes Seil-Element gewickelt habe. Auch hier hatte ich wieder Glück, dass dieses Element genau einmal um die Rundplatte herumpasste. Die 6×6 Rundplatte gibt es leider nicht in rot, ich habe mir daher mit Dark Red beholfen und diese dann mit diversen Cut-Tiles in schwarz und rot überbaut, um den Dom darzustellen. Zuletzt folgte der angewinkelte Schriftzug. Mit ein bisschen Rumprobieren ist es mir gelungen, das „1. FC“ halbwegs passend aus verschiedenen Brackets, Plates und Tiles nachzubauen. Der Schriftzug „Köln“ war aber nicht mehr darstellbar, diesen habe ich daher nur mit ein paar Round Plates abstrahiert angedeutet.

Im zweiten Schritt galt es nun, die Schwarz-Weiß-Silhouette von Geißbock Hennes darzustellen. Hierzu habe ich zunächst mit verschiedenen schwarzen Wedge-Plates die Kontur der Figur nachgebaut, wobei ich natürlich stark abstrahieren musste. Aufbauend auf diesem Grundriss habe ich dann in mehreren Schichten mit weißen und schwarzen Elementen versucht, die Farbflächen auf Hennes Körper nachzuzeichnen. Für die Details kamen dabei verschiedene Horn- und Klauen-Elemente zum Einsatz. Insgesamt war es eine schöne und herausfordernde Tüftelei, auf kleinem Raum die organische Figur gut zu treffen. Insbesondere bei den schwarzen Innenflächen musste ich sehr aufpassen, dass es nicht zu sehr nach Dalmatiner- oder Kuh-Flecken ausschaut.

Schlussendlich mussten die beiden Teile nur noch miteinander verbunden werden, was ich einfach mit ein paar Plates an der Rückseite machen konnte. Dabei habe ich direkt noch eine Plate Modified mit Aufhang-Öse angebracht, mit der das Bauwerk an einem Nagel aufgehangen werden kann. Ich bin mir allerdings noch nicht sicher, ob ich es bei dieser Art der Aufhängung belasse bzw. wie ich das Thema allgemein löse: Schließlich müsste ich die Öse bei allen Bauten zentriert und jeweils ungefähr auf der selben Höhe anbringen, damit beim Umsortieren der Tabelle keine ungleichmäßigen Abstände entstehen. Alternativ könnte auch jedes Wappen auf einem 16×16 Technic Brick befestigt werden, ähnlich wie bei meinen Brettspielcovern. Ich will meinen Design-Drang aber aktuell nicht mit solch technischen Fragen ausbremsen und habe dieses Entscheidung erst einmal nach hinten verlagert.

Mit dem Ergebnis bin ich insgesamt sehr zufrieden. Ich habe das Modell dabei übrigens nicht nur in Studio gebaut, sondern parallel auch mit echten Steinen. Insofern kann ich auch überzeugt sagen, dass das Modell stabil genug ist, um nicht beim ersten Anfassen auseinander zu bröseln


Insgesamt für mich ein schöner Auftakt für meine neue kleine Bau-Serie. Weitere Modelle habe ich bereits entworfen und werde diese in Kürze ebenfalls hier vorstellen (oder ihr schaut Euch das einfach bei mir auf Instagramm @klemmplem an, da habe ich schon einiges gepostet).
