Nachdem ich mit meinem ersten Entwurf direkt eines der ungewöhnlichsten Vereinswappen der Bundesliga umgesetzt hatte, wollte ich es mit dem zweiten Projekt etwas ruhiger angehen. Es galt, die schon als Maßstab vorgefertigte Kreisform nun einmal mit Leben zu füllen. Dabei erschien es mir sinnig, für den Anfang ein recht einfach strukturiertes Logo auszuwählen, und so landete ich schnell bei der Borussia aus Dortmund.
Außerdem konnte ich mit dieser Wahl einen dummen Witz zulasten meiner Frau reißen. Während ich ja Fan des 1. FC Köln bin, hält meine Frau ausgerechnet Borussia Mönchengladbach die Treue. Ich konnte ihr nun also stolz verkünden, dass ich extra für sie als nächstes die Borussia baue… nur um dann mit dem BVB-Wappen um die Ecke zu kommen.
Das Logo von Borussia Dortmund
Das Logo der Borussia (aus Dortmund) ist minimalistisch und ikonisch zugleich. Auf der kreisrunden gelben Fläche finden sich bloß fünf Buchstaben bzw. Ziffern. Die großen Lettern „BVB“ stehen für „Ballsportverein Borussia“, die etwas kleinere „09“ unten im Logo bezieht sich auf das Gründungsjahr 1909. Das Wappen enthält keinerlei heraldische Symbole. Ein direkter Bezug zur Stadt Dortmund fehlt, lediglich die Farben des Logos entsprechen dem Stadtwappen Dortmunds (schwarzer Adler auf goldenem bzw. gelbem Grund). Eingerahmt wird das Logo von einer schwarzen, nach innen versetzten Kontur-Linie.
Eben jene Kontur-Linie war dann auch die erste kleine Herausforderung, die sich mir beim Nachbau des Emblems gestellt hat. Solch dünne Linien kann man beispielsweise mit Plates als Muster in eine Fläche bauen, was dann aber immer äußerst pixelig aussieht. Außerdem liegt die Kontur-Linie im Fall des BVB-Emblems (und auch vieler weiterer Bundesliga-Logos) zu nah an der Außenkante und würde sich beim Bau mit Platten unweigerlich mit den verwendeten Curved Slopes überschneiden. Dieser Ansatz fiel daher ziemlich eindeutig durch.
Eine Alternative Lösung für dünne Kontur-Linien bieten die Schlauch-Elemente, die LEGO in verschiedenen Längen im Sortiment hat. Bei Bricklink laufen diese unter der Bezeichnung „Rigid Hose“, also „starrer Schlauch“. Die Elemente lassen sich aber trotz dieser Bezeichnung durchaus verbiegen, was auch in vielen offiziellen LEGO Sets üblich ist. Da die Schläuche genau den Durchmesser einer „Bar“ (Stange) haben, passen sie wunderbar in Clips oder Hohl-Noppen. Problematisch war für mich hier eigentlich nur die Länge der Schläuche. Mit etwas Ausprobieren habe ich festgestellt, dass die 16 cm lange Variante sehr gut passt, um einen Halbkreis in der für mich passenden Größe zu formen. Aber: Genau diese Schlauchlänge gibt bzw. gab es bislang nie offiziell in schwarz. Ich habe hier etwas mit mir gerungen, mich dann aber dazu entschieden, einfach eine längere Variante des Schlauchs zu nehmen und diesen auf 16 cm Länge zuzuschneiden. Das fühlt sich zwar bautechnisch grenzwertig bis illegal an und manch LEGO-Purist würde mich dafür vermutlich steinigen, allerdings hat auch LEGO selber in einzelnen Sets schon den Griff zur Schere verlangt. So wird beispielsweise im Architecture Set 21003: Seattle Space Needle eine 16 cm lange „Rigid Hose“ auf 13,3 cm Länge zugeschnitten (vielen Dank an Tobias K. aus dem StoneWars Chat, der mir dieses Beispiel zugeliefert hat!).

Dieses Set ist zugegebenermaßen nun auch schon fast volljährig (erschienen 2009), und ich weiß nicht, ob LEGO solch drastische Mittel heutzutage noch verwenden würde, aber für mich hat das Beispiel ausgereicht, um das Zurechtstutzen eines Schlauchs auf eine (immerhin offiziell existierende) Länge für mich selber schön zu reden.

Die zweite kleine Herausforderung des Baus war die Darstellung der Ziffern im unteren Bereich des Logos. Während ich die Buchstaben oben aufgrund ihrer Größe recht entspannt mit ein paar einfachen Fliesen erzeugen konnte, musste ich für die etwas kleineren Ziffern – jeweils auf einer Fläche von etwa 2×3 Noppen – schon ein wenig mehr in die Trickkiste greifen. Schwierig war hierbei vor allem, die Linien-Dicke der beiden Ziffern gleichmäßig hinzubekommen. Für den Hohlraum der Null habe ich am Ende eine Bar (2L) verwendet, die es allerdings leider nicht in gelb gibt. Glücklicherweise ist das Teil aber seit August wenigsten im Farbton „Bright Light Orange“ verfügbar (erschienen im 21369 X-Files Set), und dürfte in den kommenden Monaten beim Pick-a-Brick-Service von LEGO auftauchen. Bis dahin behelfe ich mir mit der gängigeren Variante in Tan. Etwas länger habe ich tatsächlich an der 9 herumgetüftelt, bis ich mit zwei überlappenden „Rundfliesen mit Loch“ und einer dazwischenliegenden Wedge-Plate ein gutes Ergebnis erzielt hatte.

Und damit war das Logo von Borussia Dortmund dann auch schon fertig gestellt. Auch dieses habe ich nicht nur digital, sondern parallel auch mit echten Steinen gebaut, wobei mir der Schlauch (sowie die erwähnte Bar 2L) noch in den passenden Farben fehlt.




