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LEGO IDEAS – Meine Projekte aus den Jahren 2023 bis 2025

Einleitung

Im Sommer 2023 habe ich damit begonnen, eigene Produktvorschläge bei LEGO IDEAS einzureichen. Bislang habe ich sechs Projekte mit wechselndem Erfolg an den Start gebracht. In diesem Beitrag möchte ich Euch die Projekte einmal gesammelt vorstellen und ein paar Hintergrundinfos mit Euch teilen.

Exkurs: Was ist LEGO IDEAS?

LEGO IDEAS ist eine offizielle Plattform von LEGO, auf der Fan-Designer ihre Eigenkreationen hochladen können. Die Entwürfe müssen genügend Stimmen anderer Nutzer einsammeln, um in die Review-Phase einzuziehen. Dafür haben die Projekte allerdings nur eine begrenzte Laufzeit, die sich beim Erreichen bestimmter Meilensteine verlängert.

– ab Veröffentlichung: 60 Tage Laufzeit
– ab 100 Supporter: + 365 Tage auf die Laufzeit
– ab 1.000 Supporter: + 182 Tage auf die Laufzeit
– ab 5.000 Supporter: + 182 Tage auf die Laufzeit
– 10.000 Supporter: Einzug in die nächste Review-Runde

Insgesamt kann ein Projekt also maximal eine Laufzeit von 789 Tagen haben, was knapp 2 Jahren und 2 Monaten entspricht. Erreicht man eine Schwelle nicht rechtzeitig, kann es aber auch schon früher vorbei sein. Schafft man irgendwann die 10.000 Supporter, so entscheidet das LEGO IDEAS Team in der nächsten turnusmäßig erfolgenden Review-Runde darüber, ob der Entwurf als offizielles LEGO-Set umgesetzt wird. Die Konkurrenz ist dabei natürlich groß, üblicherweise sammeln sich 50 bis 100 Entwürfe in einer Review-Runde, von denen dann meist nur zwei oder drei umgesetzt werden. Die Fan-Designer der Gewinner-Entwürfe werden prozentual am Verkaufserlös beteiligt, die „Verlierer“ erhalten immerhin LEGO-Produkte nach Wahl im Gesamtwert von bis zu 500,00 USD.

Neben Produktvorschlägen kann man bei LEGO IDEAS außerdem an „Challenges“ teilnehmen, bei denen Fan-Designer Entwürfe zu vorgegebenen Themen einreichen können. Je nach Challenge winken Sachpreise oder ebenfalls die Aussicht, dass der eigenen Entwurf als offizielles Set umgesetzt wird.

Überblick über meine Projekte

Hier eine kleine Übersicht meiner sechs bisherigen Produktvorschläge mit ein paar Eckdaten:

Digital oder echt gebaut?

Bislang habe ich alle meine Produktvorschläge aus echten LEGO-Steinen gebaut. Das ist auf LEGO IDEAS aber tatsächlich eher die Ausnahme: Ein Großteil der eingereichten Produkt-Ideen sind digitale Bauten, was in vielerlei Hinsicht die bequemere Variante ist. Wer digital in Stud.io (die gängigste LEGO-Design-Software) baut, kann ohne jegliche Einschränkungen auf die nahezu vollständige Teile-Palette von LEGO zurückgreifen und die Teile dabei zudem komplett frei einfärben. So können auch Farbvarianten von Teilen verwendet werden, die es in der Realität noch gar nicht gibt. Auch das Design eigener Sticker, Drucke oder Minifiguren ist digital mit ein paar Grundkenntnissen im Grafik-Design relativ einfach möglich. Zuletzt muss ein digitaler Entwurf überhaupt nicht auf Stabilität oder Umsetzbarkeit unter realen Bedingungen achten: Ob Verbindungen wirklich funktionieren oder das Eigengewicht der Teile halten können, ist zumindest bei der Einreichung eines Projektes vollkommen egal (könnte aber in der Review-Phase ein Argument gegen eine Umsetzung des Sets sein).

Wer dagegen mit echten Steinen baut, ist nicht nur auf die real existierenden Farb-Varianten von Teilen beschränkt, sondern muss sich diese natürlich auch noch beschaffen. Ich selber verfüge zwar mittlerweile über eine ziemlich umfassende Teilesammlung, musste aber für fast alle meine Projekte noch Teile nachkaufen. Eigene Sticker können natürlich auch auf physischen Bauten verwendet werden (ich nutze dazu einfache Klebe-Etiketten und meinen Tintenstrahldrucker), aber das Design eigener Minifiguren-Gesichter oder anderer Minifiguren-Körperteile ist auch damit nicht wirklich möglich. Und noch eine weitere Hürde gibt es für „echte“ Bauten: Die Fotos. Es ist gar nicht so banal, ein real existierendes MOC halbwegs ansprechend abzulichten und dabei die teils etwas kleinliche IDEAS-Moderation zu überwinden. Wer digital baut, kann in Stud.io binnen weniger Minuten mehrere Renderings erzeugen, die oft professioneller wirken als meine amateurhaften Fotos.

Das Digitale Bauen bietet also viele Vorteile und macht die IDEAS-Plattform auch für Nutzer zugänglich, die nicht über einen umfassenden Teilevorrat verfügen. Die Stud.io-Software ist zudem relativ nutzerfreundlich, wer digitalem Arbeiten nicht ganz fremd ist wird sich hier schnell zurecht finden. Dass ich meine Projekte trotz all dieser Vorteile bislang nicht digital gebaut habe, liegt einzig an meiner persönlichen Präferenz: Ich empfinde das Bauen mit echten Steinen als intuitiver und verspielter, letztlich ist das aber vor allem eine Frage der Übung. Außerdem finde ich es schöner, wenn das Ergebnis meiner Bemühungen dann auch real vor mir steht und nicht von Anfang an dazu verdammt ist, immer nur ein digitales Konzept zu bleiben. Beides sind aber komplett legitime Ansätze, und gerade wer nicht den Platz oder die Mittel für eine umfangreiche eigene Teilesammlung hat, kann über das digitale Bauen seiner Kreativität dann trotzdem freien Lauf lassen.

Meine Produktvorschläge auf LEGO IDEAS

Secret Bathroom – Toilet Paper Roll

Angefangen hat mein Abenteuer auf LEGO IDEAS mit einem MOC, das eigentlich nur als ulkige Deko für mein Gästebad gedacht war: 2023 habe ich – vermutlich auch noch etwas unter dem Eindruck der Klopapier-Knappheit der frühen Corona-Jahre – eine Rolle Toilettenpapier aus LEGO nachgebaut, die zusätzlich ein integriertes Klo für Minifiguren enthielt.

Der Innenraum kann über einen Lightning-Brick sogar beleuchtet werden. Die Runde Grundkonstruktion auf der Oberseite ist von einem offiziellen LEGO-Set inspiriert: Der Kopf des 76989 Horizon Forbidden West: Tallneck hat die gleichen Ausmaße, bautechnisch habe ich ihn nur leicht abgewandelt und um eine Round Plate in Dark Tan ergänzt, die das Loch in der Klopapier-Rolle darstellen soll. Tatsächlich hatte ich zunächst versucht, das Loch hohl oder zumindest etwas versetzt zu bauen, bin aber mit meinen damaligen LEGO-Geometrie-Kenntnissen an dieser Aufgabe gescheitert. Kompliziert war dann vor allem noch der Bau des runden Korpus um die eigentliche Toilettenkabine herum. Ich habe mehrere Versuche gebraucht, um die Kabine zentriert in der Rolle auszurichten und die runde Fassade möglichst lückenlos aber stabil zu bauen.

Wie bereits erwähnt ist dieses MOC ursprünglich gar nicht mit dem Gedanken entstanden, es bei LEGO Ideas einzureichen. Ich hatte es nach Fertigstellung aber auf diversen Online-Plattformen geteilt, und insbesondere im LEGO-Sub auf Reddit damit viel positives Feedback erfahren. Mehrere Nutzer schlugen vor, dass ich den Entwurf bei LEGO IDEAS einreichen könnte, was ich dann kurzerhand getan habe. Ich musste dabei dann aber schnell lernen, dass sich ein Mini-Hype in irgendwelchen LEGO-Foren nicht automatisch auf ein IDEAS-Projekt übertragen lässt. Der Entwurf konnte nur den Meilenstein von 100 Supportern erreichen, am Ende sammelte er 676 Supporter ein, bevor das Ganze im September 2024 auslief.

Das Original steht jedenfalls bis heute auf einer kleinen Ablage in unserem Gästebad und macht dort insbesondere meinen Kindern immer noch viel Freude.

Game Night – A Tribute to Modern Board Gaming

Im Jahr 2023 folgte dann noch ein zweiter, deutlich ernsthafterer Versuch: Mit meinem MOC „Game Night – A Tribute to Modern Board Gaming“ habe ich erstmals meine beiden großen Leidenschaften, Brettspiele und Klemmbausteine, miteinander kombiniert. Wieder habe ich dazu ein Alltags-Objekt nachgebaut, dieses Mal allerdings nicht im Maßstab 1:1, sondern hochskaliert. Das Ergebnis: Ein übergroßer sechsseitiger Würfel mit integriertem Brettspielzimmer, das durch eine Aufklapp-Funktion offenbart werden kann.

Die darin enthaltene Szene zeigt eine gemütliche Spielrunde an einem Tisch, in den Regalen versammeln sich Parodie-Versionen einiger meiner Lieblings-Brettspiele, zu denen ich extra eigene Cover-Grafiken als Sticker entworfen habe. Weitere Brettspiel-Accessoires wie ein Würfelturm, Miniaturen zum Anmalen oder ein „Spiel des Jahres-Pöppel“ komplettieren die Szene.

Der Entwurf hat vor allem auf boardgamegeek.com viel Liebe erfahren und konnte dank einiger Unterstützung aus der dortigen Community innerhalb von nur etwa zwei Wochen die ersten 1.000 Supporter einsammeln. Leider ist es mir danach aber nicht gelungen, weitere Aufmerksamkeit für mein Projekt zu erzeugen. In den folgenden rund 1,5 Jahren Restlaufzeit kamen nur noch 870 weitere Supporter hinzu, das Projekt endete im April 2025 dann entsprechend erfolglos. Es ist aber bis heute eines meiner Lieblings-Projekte.

Retro Space Adventure Movie Diorama

Meinen ersten beiden Projekten war also kein nachhaltiger Erfolg vergönnt. Gerade mit Blick auf das viele Herzblut, das ich in das „Würfelzimmer“ gesteckt hatte, war ich darüber zugegebenermaßen auch etwas enttäuscht und legte das Kapitel LEGO IDEAS erst mal zu den Akten.

Im Sommer 2024 habe ich dann ein paar kleinere Szenen für einzelne Figuren aus den Collectible-Minifigure-Serien gebaut. Der Retro-Weltraum-Heldin aus der gerade erst erschienenen Serie 26 und ihrem männlichen Pendant aus Serie 17 spendierte ich dabei eine kleines Raumschiff, das gerade auf einem fremden Planeten gelandet ist. Unsere beiden Helden erkunden die neue Welt, während ihr Haustier – ein Roboter-Hund – bereits ausgebüxt ist und vom ebenfalls aus Serie 26 stammenden Roboter-Butler vor einem gefährlichen Ranken-Monster gerettet werden muss. Die Szene ist mit unwirklicher Alien-Flora und Fauna ausgeschmückt. Bei genauerem Hinschauen erkennt man aber, dass hier vieles mehr Schein als Sein ist: Die Rakete ist in Wahrheit eine mit wenigen Brettern zusammengezimmerte Kulisse, das schwebende Tentakel-Alien wird von einem Typen gesteuert, der sich hinter einem Felsen versteckt. Mein MOC zeigt also eine Filmkulisse, so wie ich sie mir aus klassischen Sci-Fi-Movies vorstelle. Auf den Bau von Kameras, Beleuchtung oder sonstigen Film-Utensilien hatte ich aber keine Lust. Dass es sich um ein Film-Set handelt, soll erst auf den zweiten Blick erkennbar werden.

Aus einer Laune heraus habe ich dieses MOC dann – fast ein Jahr nach dem Start meines letzten Projekts – bei LEGO IDEAS hochgeladen. Dabei war mir von Anfang an bewusst, dass der Entwurf äußerst nischig ist und allenfalls Außenseiter-Chancen haben wird. Das sollte sich auch bewahrheiten: Mit 440 Unterstützern ist das Projekt im vergangenen Oktober als mein bislang erfolglosester Versuch ausgelaufen, hat aber immerhin noch kurz vor dem Exitus als „Staff Pick“ eine kleine Würdigung durch das LEGO IDEAS Team erfahren.

Kodama – Tree Spirit From Princess Mononoke

Nach diesem sanften aber erfolglosen Wiedereinstieg im Sommer 2024 kam mir der Gedanke, dass ich es ja mal mit einer anderen Taktik versuchen könnte. Ein großes Thema bei LEGO IDEAS sind Lizenz-Entwürfe, also Produktvorschläge, die auf einer bestimmten Marke oder einem speziellen Produkt aufsetzen.

Exkurs: Lizenz-Themen auf LEGO IDEAS

Ob Filme, Serien, Video-Spiele, Music-Acts, Autos, Schuhe oder was auch immer: Mögliche Lizenzgeber für LEGO-Sets gibt es wie Sand am Meer. Wenn eine Lizenz eine gewisse popkulturelle Relevanz hat und es mit etwas Glück gelingt, die Fan-Basis der Marke zu aktivieren, dann kann es mit den 10.000 Supportern auch mal atemberaubend schnell gehen. Über 40 % der Sets, die LEGO über IDEAS herausgebracht hat, basieren auf Lizenz-Themen (38 von 88, Stand 26.01.2026, Quelle: brickset.com). Die Chancen stehen also nicht schlecht, mit einem Lizenz-Vorschlag erfolgreich zu sein, allerdings ist die Konkurrenz auf diesem Gebiet auch sehr groß. Man hat manchmal den Eindruck, dass auch der abseitigste vermeintliche Kultfilm aus dem letzten Jahrtausend bereits mit mehreren Entwürfen gewürdigt wurde, und wenn mal ein neuer Hype um irgendein Produkt entsteht, überschlagen sich manche Fan-Designer förmlich in ihren Versuchen, das Ganze schnellstmöglich in mehr oder weniger ausgefeilten IDEAS-Entwürfen zu verwurschteln.

Bei der Einreichung von Vorschlägen zu Lizenzthemen gibt es zudem ein paar Einschränkung: Einige Lizenzen stehen bei LEGO auf einer Blacklist, entweder weil die Lizenz als ungeeignet betrachtet wird (bspw. Breaking Bad oder The Walking Dead) oder weil LEGO bereits festgestellt hat, dass sie die Lizenz nicht verwenden können (The Neverending Story). Außerdem sind Lizenzen ausgeschlossen, die von LEGO aktuell ohnehin im Programm geführt werden (Star Wars, Harry Potter, etc.). Und gerade bei sehr bekannten Lizenzen kann es auch gerne mal passieren, dass LEGO hierzu eigene Sets oder ganze Themenwelten veröffentlicht, während IDEAS-Projekte dazu noch laufen oder sogar schon die 10.000 Unterstützer erhalten haben. Wer als Fan-Designer dann viel Zeit in ein Projekt zu einer solchen Lizenz gesteckt hat, guckt am Ende eventuell blöd aus der Wäsche. Im Sommer 2025 wurden beispielsweise Dutzende IDEAS-Projekte zu den Simpsons aus dem Rennen genommen, weil LEGO mit dem Krusty Burger-Set diese Lizenz selber wieder ins Programm genommen hat.

Ich selber stehe Lizenz-Themen grundsätzlich offen gegenüber und freue mich, wenn es zu meinen Lieblings-Serien oder Filmen LEGO-Adaptionen gibt. Ein großes popkulturelles Phänomen, dass bei LEGO bislang etwas stiefmütterlich behandelt wurde, sind japanische Anime-Filme oder Serien. Zwar gibt es Anime-nahe Themen-Welten wie Ninjago oder Monkie Kid, außerdem gab es mit Exo-Force vor einigen Jahren eine vom Mecha-Genre inspirierte Reihe, bei der auch die Minifiguren im typischen Anime-Style gestaltet waren. Eine wirkliche Anime-Lizenz gab es vor 2025 aber nur bei einem frühen LEGO IDEAS-Produkt, dem großen Voltron-Mecha. Zwischenzeitlich sind nun auch Sets zu One Piece (genauer gesagt allerdings nicht zu dem Anime, sondern zu der Netflix-Realverfilmung) und ganz frisch zu Pokémon erschienen.

Was aber schmerzlich fehlt sind Sets zu Filmen aus dem Studio Ghibli, dem wohl berühmtesten Anime-Studio der Welt: Mein Nachbar Totoro, das Wandelnde Schloss, Chihiros Reise ins Zauberland, Prinzessin Mononoke… Allesamt moderne Klassiker, und natürlich gibt es zu all diesen Filmen auch zahlreiche IDEAS-Einreichungen, von denen nach heutigem Stand meiner Recherche nach immerhin 16 die 10.000 Supporter erreichen konnten. Bislang hat aber keiner der Entwürfe die Review-Phase von LEGO IDEAS überstanden, und so wartet die große Ghibli-Fan-Gemeinde weiterhin auf eine LEGO-Adaption zu einem dieser Filme.

Mitte 2024 war ich jedenfalls tief in einem Rewatch der wunderbaren Ghibli-Filme versunken, und so kam mir ganz automatisch die Idee, dass ich es mit einer dieser Lizenzen ja auch einmal selber bei IDEAS versuchen könnte. Zu dem wohl bekanntesten Film – Mein Nachbar Totoro – gab es allerdings schon damals etliche Projekte. Alleine die berühmte Bushaltestellen-Szene ist mittlerweile ca. ein Dutzend Mal auf IDEAS eingereicht worden. Ich wählte deshalb ein anderes ikonisches Maskottchen der wunderbaren Ghibli-Welten: Die Kodama spielen als knuffige Waldgeister in Prinzessin Mononoke zwar nur eine untergeordnete Rolle, sind aber schnell zu einem universellen Fan-Favoriten geworden. Auch zu Prinzessin Mononoke gab es schon ein paar Einreichungen, die aber meist im Minifiguren-Maßstab gebaut waren. Ich entschied mich daher dazu, einen quasi-lebensgroßen Kodama zu bauen (die Knirpse sind im Film nur Stiefel-hoch).

Die Kodama bevölkern die Wälder im Film zu tausenden. Sie zeichnen sich durch ihre komplett weißen, leicht strahlenden Körper und ihre unförmigen Köpfe mit asymmetrischen Gesichtszügen aus: Mund und Augen werden einfach durch verschieden große schwarze Punkte dargestellt. Charakteristisch ist außerdem eine Schüttelbewegung des Kopfes, die ein leicht unheimliches Rasseln erzeugt. Die Kodama haben dabei eine eher passive Haltung und beobachten die Szenen im Wald meist neugierig, ohne selber einzugreifen.

Bei meinem Entwurf habe ich versucht, die eigentlich sehr einfach gestalteten Körper möglichst glatt und organisch nachzustellen. Das Ganze ging etwas zu Lasten der Stabilität, insbesondere die Knie sind eher fragil gebaut, können das Gewicht des Körpers aber grundsätzlich gut halten. Am längsten habe ich tatsächlich an dem eigentlich simpel wirkenden Kopf getüftelt. Hier war es mir wichtig, die typischen naiv-staunenden Gesichtsausdrücke der Kodamas gut einzufangen. Der Kopf ist frei rotier- und neigbar. Leider ist es mir damals aber nicht gelungen, ihn so zu bauen, dass er in verschiedenen Positionen sicher hält. Die auf dem oberen Foto dargestellte Position ist vorsichtig ausbalanciert. Wenn man das Modell bewegt, fällt der Kopf zur Seite und reißt im schlimmsten Fall den ganzen Körper mit sich. Es ist also bei Weitem kein ausgereiftes MOC, das ich auf Ausstellungen zeigen könnte. Für ein paar Fotos hat es so aber gereicht.

Den Kodama habe ich für mein MOC auf einem kleinen Ast positioniert. Für die Blätter habe ich die Harry Potter-Alraune gerupft. Um den Kodama schwirren ein paar fantastische Nachtfalter, deren Design nicht auf einer Vorlage aus dem Film basiert. Hier habe ich einfach etwas gebaut, was zur Stimmung passte.

Der Entwurf hat nach seiner Veröffentlichung auf LEGO Ideas zunächst eher ein gemütliches Tempo an den Start gelegt. Es hat etwa vier Monate gedauert, bis mein Kodama die ersten 1.000 Supporter einsammeln konnte. Die Tendenz ging danach stark nach unten und ich war schon wieder halb dabei mein Projekt abzuschreiben. Allerdings traten dann gleich zwei Effekte ein, von denen Lizenz-Themen häufiger profitieren: Einerseits gibt es – wie bereits ausgeführt – gefühlt jeden Monat einen neuen Ghibli-Entwurf auf LEGO IDEAS, und dabei fällt dann auch immer wieder etwas Aufmerksamkeit für bereits bestehende Projekte zum selben Thema ab. Außerdem kommt es ab und zu vor, dass externe Quellen wie beispielsweise Fan-Blogs oder reichweitenstarke Social-Media-Kanäle über solche Entwürfe stolpern und berichten. Das führt dann oft zu überraschenden Sprüngen bei den Votings, die für den Fan-Designer selber oft gar nicht direkt erklärbar sind. Im Verlauf des Jahres 2025 gab es drei solche Ausreißer, die mir plötzlich hunderte neue Supporter binnen weniger Tage bescherten, nachdem mein Entwurf in den Wochen davor regelmäßig mit nur zwei oder drei neuen Supportern pro Tag rumgedümpelt hatte.

Als kleine Krönung wurde mein Entwurf dann noch Anfang November 2025 als Staff Pick ausgewählt, also durch Mitarbeiter des LEGO IDEAS Team in ein kleines Rampenlicht gestellt. Seitdem hat das Projekt im Schnitt ca. 20 neue Supporter pro Tag hinzugewonnen. Der Effekt dürfte allerdings bald wieder abnehmen. Zwar wurde die Startseite von LEGO IDEAS im vergangenen Jahr leicht umgebaut, um die Aufmerksamkeit etwas fairer auf unterschiedliche Entwürfe zu verteilen. Dennoch geraten Staff Picks nach ein paar Monaten auch hier naturgegeben wieder aus dem Fokus. Der kleine Boost hat aber immerhin gereicht, um meinen Kodama nun über die 5.000er Schwelle und damit den letzten Meilenstein vor dem großen Ziel zu hieven. Ich bin aber eher skeptisch, ob die verbliebene Zeit (noch rund 280 Tage) ausreicht, um die 10.000 Unterstützer zu erreichen, denn dazu bräuchte es im Schnitt etwa 17 neue Supporter pro Tag. Ich lasse mich aber gerne überraschen, vielleicht geschieht ja noch ein kleines Wunder. Sollte der Kodama noch irgendwie die 10.000 Supporter schaffen, rechne ich dem Entwurf aber ehrlich gesagt ohnehin keine allzu großen Chancen zu. Das LEGO Ideas Team hat auch in den letzten Review-Runden immer wieder Entwürfe zu Ghibli-Filmen abgelehnt, und wenn doch mal ein Entwurf aus diesen Welten angenommen werden sollte, dann wäre es schon ein kleiner Skandal, wenn es nicht eine Umsetzung vom unangefochtenen Fan-Favoriten Totoro gäbe.

Height Chart for Children

Mein aktuell erfolgreichstes Projekt auf LEGO Ideas ist meine Messleiste für Kinder. Ich habe bereits an verschiedenen Stellen über den Entstehungsprozess berichtet, unter anderem in einem längeren Leser-Beitrag im wunderbaren Stonewars-Blog, weshalb ich mich hier nun etwas kürzer fasse.

Die vertikale Messleiste besteht aus neun Segmenten, die in naiv-kindlichem Stil verschiedene Fortbewegungsmittel zeigen. Die Segmente sind dabei nach der Höhe sortiert, in der man sie benutzen kann: Vom U-Boot tief am Meeresgrund hinauf mit einer Rakete bis ins Welt-All. An der Seite findet sich die eigentliche Messleiste mit Markierungen im Abstand von 5 Zentimetern, an der Marker für die aktuelle Größe des Kindes sowie Geburtstags-Meilensteine angebracht werden können.

Das Projekt ging am 07. März 2025 an den Start und hat dabei direkt große Aufmerksamkeit erzeugt. Insbesondere der schon erwähnte Blogbeitrag auf Stonewars.de war dabei eine großartige Starthilfe, für die ich weiterhin sehr dankbar bin. Eine sehr frühe Auszeichnung als Staff Pick am 29.03.2025 komplettierte den Traumstart meines Projektes mit über 2.000 Supportern im ersten Monat. In der Folge wurde es dann natürlich etwas ruhiger um das Projekt, doch der Zufluss an Supportern brach auch im weiteren Verlauf des Jahres 2025 nie komplett ein. Mit aktuell über 7.600 Supportern nach knapp elf Monaten hat der Entwurf beste Chancen, im weiteren Verlauf des Jahres zu meinem ersten 10.000er-Projekt zu werden.

Für die Frage, ob der Entwurf in der dann folgenden Review-Phase Berücksichtigung finden kann, ist meiner Meinung nach vor allem ein Aspekt von entscheidender Bedeutung: LEGO-Sets tragen immer den Hinweis, dass sie aufgrund verschluckbarer Kleinteile nicht für Kinder unter drei Jahren geeignet sind. Mein Entwurf ist – zumindest so wie ich ihn konzipiert habe – aber darauf ausgelegt, die Körpergröße von Kindern ab dem 1. Lebensjahr zu tracken. Er kann natürlich auch erst für Kinder ab dem 3. Lebensjahr ausgelegt werden, oder man trägt als Elternteil das Wachstum aus den ersten Lebensjahren erst nach, sobald das Kind alt genug ist. Meine eigene Leiste befindet sich aus diesen Gründen bis heute auch nicht in unseren Wohnräumen, sondern außerhalb der Reichweite meiner Kinder in meinem Arbeitszimmer. Es gäbe also Möglichkeiten, mit diesem kleinen Problem umzugehen. Am Ende könnte aber dieser Punkt das entscheidende Argument gegen eine Umsetzung meiner Idee sein.

Dennoch freue ich mich natürlich immens darüber, dass mir mit diesem Versuch nun endlich ein Treffer gelungen ist, der sehr gute Chancen auf einen Einzug in die Review-Phase hat.

Height Chart for Children – Growing Dinosaur

Nach dem erfolgreichen Start meines Height Chart Projektes hatte ich Lust, eine zweite Version zu dieser MOC-Idee zu bauen. Während ich es mir mit den neun Vehikel-Segmenten der ersten Messleiste bautechnisch relativ einfach gemacht hatte, wollte ich es nun etwas ambitionierter angehen. Dabei hatte ich gleich mehrere Themen-Ideen für weitere Messleisten-Varianten: Ein Feuerwehrauto mit einer langen Leiter an einem Hochhaus, ein ausbrechender Vulkan mit wachsender Lava-Säule oder ein großer Kran, der einen Stahlträger in die Höhe zieht. Mein Ziel war es auf jeden Fall, den Wachstums-Fortschritt des Kindes noch verspielter in den Bau zu integrieren. Am Ende entschied ich mich dann für einen großen Langhals-Dinosaurier, der Dank eines ausziehbaren Halses mit dem Kind mitwachsen kann.

Die Umsetzung brachte einige Herausforderungen mit sich. Zunächst einmal beschäftigte mich die Frage, wie ich den ausziehbaren Hals des Dinos am besten angehen könnte. Dieser sollte auf eine Länge von über einem halben Meter ausziehbar sein, musste im geschrumpften Zustand aber unsichtbar versteckt werden können. Nach ein paar erfolglosen Versuchen mit diversen Gelenk-Teilen kam ich irgendwann auf die Idee, einfach die Garagen-Lamellen-Elemente zu verwenden, die es schon seit Anfang der 1980er Jahre im LEGO-Sortiment gibt. Der große Vorteil dieser Elemente ist die Flexibilität ihrer Verbindung: Fügt man mehrere Lamellen aneinander, so entsteht ein fast stoffweiches Gewebe, das sich ohne Kraftaufwand quasi von selber zusammen faltet: Perfekt um eine lange Kette dieser Teile im Bauch des Dinos zu verstauen, ohne sich über einen besonderen Falt-Mechanismus Gedanken machen zu müssen.

Die Entscheidung für die Garagen-Elemente hatte dann wesentliche Auswirkungen auf das weitere Design des Dinos. Zum einen musste ich – da ich ja mit echten Steinen baue – mit einer überraschend geringen Farb-Auswahl für diesen Teile-Klassiker zurecht kommen. Tatsächlich gab es in den über 40 Jahren seit Einführung nur acht verschiedene opake Farb-Varianten dieses Elements, von denen einige für meine Zwecke nicht zu gebrauchen und andere schon so lange aus dem Sortiment waren, dass man sie nicht mehr in relevanter Anzahl kaufen kann. Gerettet hat mich dann am Ende ein Set zum NINJAGO-Film aus dem Jahr 2017. Die Destiny’s Bounty ist das einzige Set, in dem diese Garagen-Lamellen im Farbton „Tan“ verbaut wurden, und enthielt dabei jeweils gleich 32 Stück. Ich hatte Glück und konnte noch einen deutschen Bricklink-Händler auftun, der 8 Jahre nach Release des Sets noch über hundert neuwertige Lamellen in dieser Farbe im Sortiment hatte. Damit stand zumindest die Sekundärfarbe des Dinos fest.

Die Verwendung der Garagen-Teile hatte aber noch eine zweite wesentliche Auswirkung auf meinen Entwurf: Die Dimensionen des gesamten Dino-Körpers mussten sich hieran orientieren, damit der Dino nicht am Ende mit einem zu dünnen oder dicken Hals unnatürlich wirkte. Für Körperbau und Kopf des Dinos entschied ich mich dann recht früh dazu, diese weitestgehend zweidimensional zu bauen. Zum einen passte dies zu dem ebenfalls flachen Hals, zum anderen durfte der Bau – sofern er denn irgendwann tatsächlich als Messleiste aufgehangen werden sollte – auch nicht zu tief in den Raum hinein ragen. Bei dem Versuch, die Form von Körper, Kopf und Beinen nach meiner Skizze umzusetzen, rannte ich dann erneut in ein Farbproblem. Um die Umrisse sauber modellieren zu können, brauchte ich vor allem verschiedene „Curved Slopes“ und „Bricks Modified“. Und egal welche Farbe ich auswählte, irgendein kritisches Element fehlte dabei immer. Am Ende entschied ich mich notgedrungen für Dark Turquoise, obwohl mir ein etwas entsättigter Farbton eigentlich lieber gewesen wäre. Den Unterbauch des Dinos habe ich – passend zu den Garagen-Lamellen – in Tan gebaut. Die einzelnen Hals-Elemente habe ich dann noch mit selbstgedruckten türkisen Stickern versehen, um ein organisches Gesamtbild zu schaffen. Ein paar Flecken in Medium Azure machen den Dino noch etwas interessanter.

Der Kopf des Dinos kann auf einer vertikalen Bahn nach oben gezogen und mit einem kleinen Seil an einem Pin in der gewünschten Höhe arretiert werden. Man kann eine Minifigur auf die Nasenspitze des Dinos stellen und somit die aktuelle Höhe anzeigen. Es gibt aber auch bei diesem Entwurf wieder die Möglichkeit, seitlich Marker anzubringen, um Geburtstags-Meilensteine zu tracken.

Der Mechanismus funktioniert grundsätzlich ganz gut, ist aber für einen Dauereinsatz mit aufgeregten Kindern zugegebenermaßen nicht stabil genug. Am Ende ist dieser Entwurf deshalb trotz all meiner Bemühungen eher ein Konzept als ein funktionierendes MOC. Eingereicht habe ich ihn bei LEGO IDEAS trotzdem im Mai 2025. Dort hat er bislang etwas über 2.000 Unterstützer einsammeln können, bewegt sich aber seit einem halben Jahr nur noch sehr gemächlich voran.

Vermutlich wird er bald seinen Artgenossen folgen und das Zeitliche segnen.

Fazit

In den drei letzten Jahren habe ich also immer jeweils zwei Entwürfe bei LEGO IDEAS eingereicht. Teils geschah dies aus spontanen Launen heraus, in anderen Fällen steckte sehr viel Arbeit und Planung in den Projekten. Es ist schön zu sehen, dass meine Ideen dabei zunehmend an Aufmerksamkeit gewinnen und höchstwahrscheinlich in diesem Jahr der erste Entwurf die 10.000 Supporter einsammeln wird. Aktuell ist es ein sehr belohnendes Gefühl für mich, über den Tag verteilt immer wieder mal auf der IDEAS Plattform vorbeizuschauen und meinen zwei aussichtsreicheren Projekten (dem Kodama und der Height Chart) beim konstanten Wachstum zuzusehen, ohne dass ich derzeit selber aktiv die Werbetrommel für die beiden Entwürfe rühren müsste. Es kann allerdings auch anders laufen, das habe ich in der Vergangenheit mit fehlgeschlagenen Entwürfen auch schon erfahren müssen.

Mein Ziel ist es daher vor allem, das Abenteuer LEGO IDEAS nicht zu verbissen zu sehen. Selbst wenn ein Entwurf die Hürde von 10.000 Supportern nehmen konnte, so ist es immer noch äußerst unwahrscheinlich, dass eine Umsetzung als offizielles LEGO Set erfolgt. In 2026 habe ich derzeit noch keine neuen IDEAS-Projekte geplant, aber vielleicht kommt mir ja bald nochmal eine spontane Eingebung. Grundsätzlich kann ich mir schon vorstellen, das Pensum von zwei Entwürfen pro Jahr aufrecht zu erhalten. Wenn es soweit ist, dann werdet ihr es hier zuerst erfahren!