(Sämtliche Bilder in diesem Artikel stammen von LEGO.de)
Dieser Blog ist nicht als LEGO-News-Blog konzipiert. Wenn ihr eine vollständige Liste der Neuheiten dieses Monats sehen wollt, dann verweise ich auf die Übersichten auf stonewars.de.
In diesem Beitrag soll es deshalb auch nicht um eine Gesamtschau auf die Neuheiten im Januar 2026 gehen, stattdessen beschränke ich mich auf ein Cherry Picking der Sets, die mich interessieren oder mir aus sonstigem Grund aufgefallen sind und teile meine subjektiven Gedanken dazu.
21064: Paris – Stadt der Liebe

Wieder mal ein neuer Stil in der Architecture-Reihe, und zumindest eine kleine Rückkehr zu den Skyline-Sets, die überwiegend in den Jahren 2016 bis 2020 erschienen sind. Auch damals lag der Fokus nicht wie zuletzt auf einzelnen Bauwerken, stattdessen wurden die ikonischsten Gebäude einer Stadt mehr oder weniger sinnvoll als freistehende Mini-Bauten nebeneinander angeordnet. Einen weiteren Versuch, die Skyline bekannter Orte darzustellen, gab es außerdem mit den seit 2022 erschienenen kleinen Creator-Postkarten, und tatsächlich wirkt das neue Werk konzeptionell wie ein Hybrid dieser beiden Ansätze: Detailgetreu wie es sich für Architecture-Sets gehört, aber beschränkt auf eine bloße Darstellung einer Fassaden-Ansicht in dynamischer Anordnung wie bei den Postkarten.
Das neue Architecture-Set spricht mich jedenfalls grundsätzlich an: Die Gesamtkomposition ist gelungen, die einzelnen Sehenswürdigkeiten sind klar erkennbar: Eifelturm, Notre-Dame, Louvre und Arc de Triomphe sind jeweils in Dark Tan bzw. Tan gebaut um ein „Anstrahlen“ vor der nächtlichen Kulisse zu simulieren. Weitere Gebäude sind im Hintergrund in Grautönen angedeutet, wodurch das Bild an Tiefe gewinnt, ohne unaufgeräumt zu wirken. Auch der dunkelblaue Nachthimmel mit sternenbedruckten 1×1 Tiles, die wir als schwarze Variante schon mal im Tales of the Space Age-Set gesehen haben, gefällt mir gut.
Insgesamt ein schönes Werk, das allerdings genauso gut (wenn nicht sogar besser) in der Art-Reihe hätte veröffentlicht werden können.
31218: Japanische Kirchblütenlandschaft

Apropos Art! Meinem Jahresrückblick 2025 konntet ihr bereits entnehmen, dass ich ein großer Fan dieser Themen-Reihe bin. Nach mehreren Repliken berühmter Kunstwerke versucht LEGO sich nun mal wieder an einer Eigenkreation. Gezeigt wird eine fiktionale japanische Landschaftsansicht mit typischen Bildelementen: Kirschblüten, Kraniche, ein Wasserfall der von hohen Klippen in einen klaren See fließt, dazu ein Tempel und eine traditionelle rote Brücke. Im Hintergrund sieht man den Berg Fuji, der damit nach der Hokusai-Welle und einer Japan-Postkarte schon seinen dritten Auftritt in einem LEGO Set hat. Das dürfte für Berge wohl ein Rekord sein! (@Stonewars: Wann Berge-Liste?). Das ganze ist gefasst in einen schwarzen Rahmen mit goldenen Ornamenten, aus dem uns ein Fluss entgegenschwappt.
Auch hier gefällt mir wieder, dass es gelingt, auf begrenztem Raum die Illusion von Tiefe zu erzeugen. Das Motiv ist insgesamt gut gelungen, etwas irritierend fand ich auf den ersten Blick lediglich die größere Fläche aus Light Aqua und weißen Fliesen im Bildhintergrund. Diese erscheint mir insgesamt etwas zu hell, und ich habe auch erst auf den zweiten Blick erkannt, dass es sich hierbei um eine Fortsetzung der Wasserfläche mit einer Spiegelung des Berg Fuji handeln soll. Irgendwie wirkt auch der Übergang von der Wasserfläche im Bildvordergrund zum Bildhintergrund etwas plump gestaltet. Der Farbverlauf im Himmel gefällt mir hingegen besser, hier wird mit warm Pink auch eine neu eingeführte Farbe verwendet, auf die ich sehr gespannt bin.
43287: Picknickspaß mit Olaf und Bruni

Willst Du einen Schneemann bauen? JAAAAA. Meine Große ist mit ihren 4,5 Jahren voll im Elsa-Fieber, und auch ihre kleinen Brüder sind längst infiziert. Fan-Favorit ist neben Elsa natürlich der ulkige Schneemann Olaf. Ich könnte mir gut vorstellen, dass alle drei ihre Freude daran hätten, wenn ein größerer LEGO Olaf bei uns einziehen würde. Das Modell trifft die Vorlage auf den ersten Blick ganz gut. Lediglich die Mundpartie irritiert mich etwas. Die aufgesetzten Tiles und Wedge Plates in Bright Light Blue lassen den Mund eher wie das Sichtfenster eines Walking Acts wirken, aus dem uns ein schwitzender Student verzweifelt anschaut. Die zweite Figur – Bruni – gab es in ähnlicher Form schon mal als Einzelset, damals allerdings in Bright Light Blue. Ein echter Stonewaran nimmt so etwas aber immer gerne mit.
42681: Axolotl-Abenteuerboot

Für 9,99 € UVP (bzw. 6 bis 7 € bei den üblichen Rabatten) ein tolles kleines Friends-Abenteuerset, dass ich mir schon alleine wegen der beiden Axolotl mindestens einmal holen werde. Dazu gibt es noch ein paar weitere nette Teile wie das neue Pflanzen-Element in Bright Green, die Regenwürmer-Tiles oder die „Geweih-Elemente“ in Trans-Dark Pink. Dazu noch die zwei Mini-Dolls… Ein tolles Set für wenig Geld.
Meine Kinder kriegen vielleicht auch eins ab…
42691: Gartenrestaurant

Noch ein Friends-Set, und was für eines! Im maurisch-orientalischen Stil kommt dieses schmucke Gartenrestaurant daher und setzt dabei den schon erwähnten neuen Farbton „Warm Pink“ direkt in größerem Umfang ein. Farblich eine wahre Pracht, die Kombination mit Dark Pink und Pearl Gold als Akzentfarben, den türkisen Boden- und Wandfliesen sowie den verschiedenen Grüntönen in der Bepflanzung und den Dachziegeln funktioniert hervorragend. Auf drei Ebenen verteilt finden wir ganz viel Cozyness und alles, was für das leibliche Wohl benötigt wird. Für mich das schönste Set unter den Januar-Neuheiten!
11372: Herbstlicher Landhausgarten

Nach dem japanischen Garten der Stille und dem mediterranen Springbrunnengarten erscheint nun das dritte Set in der kleinen „Gardens of the World“-Serie. Der Herbstliche Landhausgarten zeigt ein gemütliches Fachwerkhaus und ein – im Vergleich zu den beiden Vorgängern – doch recht unaufgeräumt wirkendes Gelände mit einem mäandernden Bachlauf. Birke, Trauerweide, Ahorn und Blaufichte bilden einen halben Mischwald, ergänzt durch ein paar kleine Pflanzen und etwas Getier. Gartenzwerg, Sonnenuhr, Schubkarre und Vogelhäusschen komplettieren das wilde Bild.
Grundsätzlich kann ich dem Gedanken eines wuseligen Gartens, in dem Sachen auch mal etwas wilder wachsen, zwar einiges abgewinnen. Aber hier wirkt das Ganze doch sehr willkürlich zusammengewürfelt, ein organisches Gesamtbild entsteht nicht. Vor allem die Anzahl von vier verschiedenen Baum-Arten irritiert mich, hier hätte man auch gerne einen der Bäume weglassen und einen anderen doppelt einfügen können.
Vermutlich werde ich mir das Set bei einem passenden Rabatt trotzdem kaufen, weil ich dummerweise für diese Mini-Serien extrem anfällig bin. Es kann aber sein, dass ich mich beim Bau dann eher in der Rolle des Spießbürgers wiederfinde, der über den Gartenzaun lugt und sich über das Chaos beim Nachbarn beklagt.
21365: Turteltauben

Nachdem meine Frau die Weihnachtssachen weggeräumt hat, ist hier wieder etwas Platz für neue Deko freigeworden, und da könnte dieses frühlingsfrische Liebesgetümmel tatsächlich ganz gut in eines unserer Regale passen. Die zwei Turteltauben finde ich zumindest auf den Produktbildern durchaus ansprechend gestaltet. Der hier überwiegend verwendete Farbton „coral“ ist jedoch in der Realität ziemlich grell und aufdringlich, und insofern bin ich skeptisch, ob das Set in Natura auch so harmonisch wirkt wie auf den Fotos. Womöglich wäre der neue Farbton „Warm Pink“ die bessere Wahl gewesen.
Und eine zweite Frage drängt sich mir auf: Was genau bauen wir hier eigentlich? LEGO schreibt auf seiner Website zu dem Set, dass wir einen „detailreichen LEGO-Baum“ bauen. Nicht bloß einen kleinen Ast! Einen ganzen Baum! Ist es nun ein sehr kleiner Baum, oder sind es einfach gigantisch große Turteltauben?
77255: Lightning McQueen und 77256: Zeitmaschine aus Zurück in die Zukunft


Vor etwa zwei Jahren habe ich die Speed Champions – genauer gesagt die 8 Noppen breiten Modelle, die es seit 2020 gibt – als Sammelgebiet für mich entdeckt. Dabei bin ich tatsächlich überhaupt kein „Car-Guy“, Luxuswagen oder Rennautos könnten mir im echten Leben nicht egaler sein. Die Modelle sind bautechnisch allerdings mit das interessanteste, was LEGO im niederschwelligen Preissegment zu bieten hat. Ich bin jedes Mal aufs Neue fasziniert davon, wie diffizil und clever die Boliden konstruiert sind und wie auf engstem Raum interessante Winkel und Details geschaffen werden, um die Form der Vorlage einzufangen. Die Reihe hat natürlich auch ihre Nachteile: Die Sets sind in der Regel wahre Sticker-Alben, meine junge Sammel-Leidenschaft wurde im letzten Jahr zudem durch die Flut von gleich zehn Formel 1-Boliden ziemlich auf die Probe gestellt.
Unter den Januar-Neuheiten finden sich nun wiederum sechs neue Speed Champions, darunter ein weiteres Formel 1-Auto, dieses mal aber von dem fiktiven Rennstall APXGP aus dem letztjährig erschienenen Formel 1-Film mit Brad Pitt. Außerdem bekommen wir einen weiteren Bugatti, Ferrari und McLaren. Sicherlich wieder spannende Modelle, außerdem mit ein paar interessanten neuen Teilen (Käse-Innenecke!), aber für mein Nicht-Kenner-Auge dann doch auch irgendwie „More of the Same“.
Erfrischende Abwechslung bringen dagegen die beiden Modelle, die auf Film-Klassikern beruhen. Cars wird in diesem Jahr tatsächlich 20 Jahre alt, und es ist schön dass diese Lizenz 14 Jahre nach den letzten LEGO-Sets noch einmal Würdigung findet. Bautechnisch wirkt der Flitzer auf den ersten Blick eher simpel, trifft die Vorlage aber ziemlich gut. Insbesondere der arrogant grinsende Mund gefällt mir sehr. Am besten ist aber ohne Frage die Zeitmaschine aus Zurück in die Zukunft, die tatsächlich schon ihre vierte Umsetzung in einem LEGO-Set erfährt: Neben der größeren Version aus 2022 und einem Mini-Bau in einem Dimension-Level-Pack wurde der Delorean schon einmal 2013 als eines der ersten LEGO Ideas Sets veröffentlicht, und insbesondere der Vergleich zu diesem Set in einem ähnlichen Maßstab zeigt, welche Entwicklung LEGO in den letzten Jahren durchlaufen hat. Ein rundum gelungenes Design mit verhältnismäßig wenigen Stickern, dazu noch beide Hauptcharaktere als Minifiguren. Was will man mehr?
11370: Stranger Things: The Creel House

Wir sind seit Beginn der Serie große Stranger Things-Fans und haben auf Staffel 5 lange hingefiebert. Das Upside-Down Byers-Haus war nach dem Ende meiner Dark Ages einer der ersten größeren Neuzugänge zu meiner Sammlung und gehört bis heute zu meinen Lieblings-Sets. Das nun erschienene Creel House wird aber aller Voraussicht nach nicht seinen Weg zu mir finden.

Die Spielfunktion – das Gebäude kann auseinandergezogen werden um Vecnas fragmentierte Gedankenwelt darzustellen – ist zwar technisch beeindruckend und ich würde sie gerne mal in echt ausprobieren. Am Ende spricht mich das Gebäude aber optisch einfach nicht genug an. Vermutlich liegt es daran, dass hier versucht wurde, zu viel auf einmal abzudecken: Das verriegelte verlassene Haus im „echten“ Hawkins, das zerklüftete Haus aus der Gedankenwelt, und auch das Haus in unbeschädigtem Zustand, indem man einfach die Bretter abnimmt, wie auf diesem Bild hier dargestellt:

Am Ende waren dafür wahrscheinlich zu viele Kompromisse nötig. So sieht das Haus im normalen Bauzustand (zusammengeklappt mit Brettern) für mich irgendwie nicht verlassen genug aus… Sondern eben eher wie ein eigentlich frisch gestrichener Neubau, an den irgendjemand außen ein paar Bretter gezimmert hat.
Die Minifiguren finde ich bis zur Gürtel-Linie grundsätzlich gelungen, auch wenn ich auf Instagram schon mehrere Videos gesehen habe, wie diese noch verbessert werden können. Dass von 13 Figuren aber nur eine einzige bedruckte Beine bekommen hat, ist bei einem Set dieser Preisklasse schon sehr enttäuschend.
Unterm Strich muss ich auch festhalten, dass mir – bei aller Liebe zu dieser Serie – ein großes Set dazu doch ausreicht, und das ursprüngliche Byers-Haus ist für mich dann doch das ikonischere Set, auch wenn dieses in den späteren Staffeln kaum mehr zu sehen ist.
Fazit
Unter den ersten (insgesamt ca. 180) LEGO-Neuheiten des neuen Jahres ist schon wieder einiges für mich dabei. Positivste Überraschung war dabei für mich tatsächlich das Friends Haus, das ich bei den nächsten guten Verkaufsaktionen auf LEGO.de (das Set ist leider nur dort exklusiv erhältlich) wahrscheinlich kaufen werde. Auch die Speed Champions zu Cars und Zurück in die Zukunft sind für mich Pflichtkäufe und bieten eine erfrischende Abwechslung in dieser Reihe. Das Japan-Art-Set und die Turteltauben stehen ebenfalls auf meinem Einkaufszettel, während ich beim gebauten Olaf, dem Landhausgarten und dem „Paris-ARTchitecture“-Set noch unentschlossen bin bzw. allenfalls bei sehr guten Angebotspreisen schwach werden könnte.
Auch fernab der hier vorgestellten Neuheiten gibt es ein paar schöne Sets: Das neue Modular Building hat einen interessanten Grundriss, ich habe mich von dieser Serie aus Budget-technischen Gründen aber schon vor einiger Zeit verabschiedet (mein letztes Modular war das Boutique-Hotel). Auch die baubare Iron-Man-Figur sieht super aus, ebenso wie die vier neuen Botanicals.
Welche Sets aus der Januar-Welle sprechen Euch denn an? Habt ihr schon etwas gekauft oder sogar gebaut? Und was hat Euch enttäuscht? Lasst es mich gerne in den Kommentaren wissen!
